Ratgeber · Für Auftraggeber · Kompletter Guide
Du willst Voice-Over beauftragen, aber weißt nicht genau wie? Von der ersten Anfrage bis zur fertigen Audiodatei – dieser Guide führt dich durch den kompletten Prozess.
Voice-Over beauftragen klingt einfacher als es manchmal ist. Wer zum ersten Mal ein professionelles Audio in Auftrag gibt, steht vor einer Reihe von Fragen: Wo finde ich den richtigen Sprecher? Was muss ich liefern, damit die Aufnahme so klingt wie ich mir das vorstelle? Was kostet das? Und was passiert, wenn mir das Ergebnis nicht gefällt?
Dieser Ratgeber beantwortet alle diese Fragen – strukturiert, ohne Fachsprache, aus der Perspektive eines Sprechers, der täglich mit Auftraggebern arbeitet. Du lernst, was ein gutes Briefing ausmacht, wie du den richtigen Sprecher findest und was bei der Auftragsvergabe häufig schiefläuft.
Nach diesem Artikel wirst du wissen, wie du ein professionelles Voice-Over-Projekt so aufzusetzen, dass es von Anfang an gut läuft – effizient, kommunikationsstark und mit dem bestmöglichen Ergebnis.
Bevor du einen Sprecher kontaktierst, lohnt es sich, einige Grundfragen zu klären. Das spart Zeit – deins und das des Sprechers – und führt zu einem präziseren Angebot und besseren Ergebnis.
Keine Sorge: Du musst nicht auf alle Fragen sofort eine Antwort haben. Aber je mehr du vorab geklärt hast, desto schneller und reibungsloser läuft der Prozess.
Ein gutes Briefing ist der wichtigste Erfolgsfaktor bei der Voice-Over-Produktion. Es gibt dem Sprecher die Informationen, die er braucht, um genau das zu liefern, was du dir vorstellst – und minimiert teure Korrekturrunden. Viele Auftraggeber unterschätzen die Wirkung eines guten Briefings.
Was ein professionelles Briefing enthält:
Der ausformulierte, finale Text – keine Stichpunkte. Inklusive aller Namen, Telefonnummern, URLs und speziellen Aussprachen (z.B. "GmbH sprich: Gesellschaft mit beschränkter Haftung" oder "Dr. Müller-Schmitt"). Wenn du unsicher bei der Aussprache bist: schreib es hin.
Wo wird das Audio eingesetzt? Telefonanlage, YouTube, TV, Messestand, Website, App? Der Verwendungszweck beeinflusst Tonalität, Lautstärke-Normierung und technische Anforderungen.
Wen soll das Audio ansprechen? Endkunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter? Welche Altersgruppe, welches Bildungsniveau, welche Erwartungen? Das prägt den Ton erheblich.
Seriös-sachlich, herzlich-freundlich, energetisch-mitreißend, entspannt-vertrauensvoll? Je mehr Adjektive du nennst, desto präziser kann der Sprecher arbeiten. Drei Stichworte reichen: "kompetent, freundlich, klar".
Falls du Beispiele kennst, die dir gut gefallen – schick sie mit. "Klingt in etwa wie dieser Spot" ist oft klarer als 200 Wörter Beschreibung. Das müssen keine perfekten Vorbilder sein, nur eine Richtungsangabe.
Wann benötigst du die fertige Datei? Nenne ein konkretes Datum, nicht "so schnell wie möglich". Falls Express nötig ist: sag das, dann wird es entsprechend eingeplant.
Format (WAV/MP3), Abtastrate (44.1kHz/48kHz), Bittiefe (16bit/24bit), Mono/Stereo, Lautheitsnorm (EBU R128, LUFS-Wert). Wenn du das nicht weißt: einfach sagen, der Sprecher hilft.
Projekt: [Kurzbeschreibung, z.B. "Telefonansage für Zahnarztpraxis"]
Verwendungszweck: [Telefonanlage / Website / YouTube / TV / etc.]
Zielgruppe: [z.B. "Patienten 30–60 Jahre, gesundheitsbewusst, Privatpatienten"]
Tonalität: [z.B. "freundlich, professionell, beruhigend"]
Sprechtempo: [Normal / etwas langsamer / etwas schneller]
Text/Skript: [hier einfügen oder als Anhang]
Besondere Aussprachen: [z.B. "Dr. Müller-Schmitt", "+49 89 123456"]
Referenz-Audio: [Link oder Anhang, falls vorhanden]
Gewünschtes Format: [WAV 48kHz/24bit / MP3 / etc.]
Deadline: [Datum]
Budget: [optional, oder Verweis auf Preisliste]
Nutzungsrechte: [Online-Nutzung / TV / international / etc.]
Es gibt grundsätzlich zwei Wege, einen Sprecher zu finden: über Casting-Plattformen oder direkt beim Sprecher buchen. Beide haben Vor- und Nachteile.
Viele Sprecher auf einen Blick. Gut für: Wenn du noch nicht weißt, welche Stimme du willst. Nachteil: Plattformgebühren (oft 20–30%), weniger direkter Kontakt, mehr Koordinationsaufwand.
Kein Mittelsmann, kein Plattform-Aufschlag. Direkte Kommunikation, schnellere Reaktion, persönlichere Beziehung. Bei stimme24.com einfach per E-Mail oder Kontaktformular anfragen.
Nach dem Briefing übernimmt der Sprecher die Arbeit. Du erhältst in der Regel innerhalb von 24–48 Stunden eine erste Version. Jetzt beginnt die Feedback-Phase – die oft unterschätzt wird.
Konstruktives Feedback mit Zeit-Angaben, konkreten Wörtern oder klaren Emotions-Wünschen führt zu einer besseren Korrektur – und erfordert weniger Runden. Je präziser du beschreibst, was du dir vorstellst, desto schneller sind wir am Ziel.
Nach der finalen Abnahme erhältst du die Audiodatei(en) in den vereinbarten Formaten. Was passiert dann?
Standard-Lieferformate sind WAV (verlustfrei, für Video- und Rundfunkproduktion) und MP3 (für Web und Telefon). Für Telefonanlagen oft MP3 mit 128 kbps oder WAV 8kHz/16bit. Sage bei der Anfrage, was du brauchst – oder frage nach einer Empfehlung.
Mit der Bezahlung erwirbt der Auftraggeber in der Regel ein einfaches Nutzungsrecht für den vereinbarten Zweck und Zeitraum. Das bedeutet: Du darfst das Audio genau so verwenden, wie im Auftrag beschrieben. Möchtest du es später für andere Kanäle oder Regionen verwenden, ist ggf. eine Anpassung der Lizenz nötig.
Ein Buyout bedeutet: Mit einer einmaligen Zahlung erwirbst du das vollständige, dauerhafte Nutzungsrecht für alle Kanäle und ohne Laufzeitbeschränkung. Das ist teurer als eine einfache Lizenz, aber für langfristig genutzte Assets (Unternehmensfilm, Telefonansage, die jahrelang läuft) oft sinnvoller.
Die meisten Probleme bei Voice-Over-Projekten entstehen nicht in der Aufnahme, sondern vorher oder nachher. Hier die häufigsten Stolpersteine:
Stichpunkte oder "improvisier mal" führen zu langen Aufnahme-Sessions, ungleichmäßigem Ergebnis und viel Korrekturaufwand. Immer mit einem finalen Text starten.
"Einfach normal sprechen" ist keine Regie. Ohne klare Tonalitätsvorgaben trifft der Sprecher zwangsläufig nicht immer das, was du dir vorstellst.
Professionelle Voice-Over-Arbeit hat ihren Preis. Wer zu wenig bezahlen will, bekommt oft auch entsprechend weniger – und zahlt am Ende durch Korrekturrunden mehr als bei einem fairen Angebot von Anfang an.
"Bis morgen früh" mit einem 10-Minuten-E-Learning – das ist keine seriöse Planung. Qualität braucht Zeit. Express-Dienste sind möglich, aber kosten entsprechend mehr.
Wenn du ein Audio für eine YouTube-Kampagne anforderst und es dann auch im TV nutzen willst, kann das teuer werden. Kläre die geplante Nutzung von Anfang an.
Casting-Plattformen haben ihre Berechtigung, wenn du noch suchst oder viele Stimmen vergleichen willst. Aber wenn du weißt, was du willst, gibt es starke Argumente für die Direktbeauftragung:
Bei stimme24.com geht die Anfrage direkt an Andreas Brenner. Kein Konto, kein Vertrag, kein langer Onboarding-Prozess. Einfach Text schicken – Angebot kommt in der Regel innerhalb weniger Stunden.
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